{"id":2236,"date":"2026-08-28T04:00:00","date_gmt":"2026-08-28T04:00:00","guid":{"rendered":"im-6085"},"modified":"-0001-11-30T00:00:00","modified_gmt":"-0001-11-29T22:00:00","slug":"fahrtkosten-zur-pflege-eines-angehoerigen-zwangslaeufigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/steuerberater-perra.de\/zh\/fahrtkosten-zur-pflege-eines-angehoerigen-zwangslaeufigkeit\/","title":{"rendered":"Fahrtkosten zur Pflege eines Angeh\u00f6rigen: Zwangsl\u00e4ufigkeit\u00a0"},"content":{"rendered":"<p>Fahrtkosten zur pflegebed&uuml;rftigen Mutter bzw. Schwiegermutter sind nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen abziehbar. Das gilt auch nach der Einf&uuml;hrung des neuen Pflege-Pauschbetrags ab 2021.&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Praxis-Beispiel:<\/strong><br \/>\nEin Ehepaar pflegte die schwerbehinderte und pflegebed&uuml;rftige (Schwieger-)Mutter. F&uuml;r die Jahre 2015, 2017, 2018, 2019 und 2020 machten sie bereits Fahrten zur weit entfernten Wohnung der Mutter als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Kosten geltend, was das Finanzgericht M&uuml;nster ablehnte. Im Jahr 2021 erkl&auml;rten sie ebenfalls Fahrtkosten zur Mutter sowie weitere Fahrten vor Ort, Parkgeb&uuml;hren und Portokosten von rund 13.000 &euro; als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen. Im Klageverfahren ging es letztlich um einen streitigen Betrag von 6.702,58 &euro;. Das Finanzamt lehnte den Abzug ab und ber&uuml;cksichtigte im Streitjahr stattdessen lediglich den Pflege-Pauschbetrag nach &sect; 33b Abs. 6 EStG.&nbsp;<\/em><\/p>\n<p>Das Finanzgericht M&uuml;nster hat die Klage abgewiesen und seine bisherige Rechtsprechung konsequent fortgef&uuml;hrt. Die Fahrtkosten zur Wohnung der Mutter seien <strong>weder au&szlig;ergew&ouml;hnlich noch zwangsl&auml;ufig<\/strong>. Das Finanzgericht stellte erneut fest, dass es angesichts der gro&szlig;en Entfernung zwischen den Wohnorten sittlich <strong>nicht unbillig<\/strong> erscheine, die Pflege auf professionelle Dritte zu &uuml;bertragen. Dass die Mutter eine Betreuung durch Angeh&ouml;rige bevorzuge, &auml;ndere daran nichts. Diese Wertung hatte das Gericht bereits in den Verfahren zu den Veranlagungszeitr&auml;umen 2015, 2017-2019 und 2020 getroffen und sah f&uuml;r 2021 keinen entscheidungserheblich ge&auml;nderten Sachverhalt.<\/p>\n<p><strong>Keine &Auml;nderung wegen des neuen Pflege-Pauschbetrags:<\/strong> Die Kl&auml;ger argumentierten, dass die ab 2021 geltende Neufassung des &sect; 33b Abs. 6 EStG eine ge&auml;nderte Rechtslage begr&uuml;ndet, die auch den Abzug nachgewiesener h&ouml;herer tats&auml;chlicher Kosten nach &sect; 33 EStG erm&ouml;glicht. Das Finanzgericht folgte dem nicht und wies die Klage ab. Die Neufassung des &sect; 33b Abs. 6 EStG betreffe ausschlie&szlig;lich die Voraussetzungen f&uuml;r die Inanspruchnahme des Pauschbetrags, nicht aber die tatbestandlichen Anforderungen an den Abzug von au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen nach &sect; 33 EStG.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht f&uuml;hrte aus, dass auch der Pflege-Pauschbetrag selbst voraussetzt, dass die damit abgegoltenen Aufwendungen zwangsl&auml;ufig sein m&uuml;ssen, woran es hier fehlte. Ob vor diesem Hintergrund das Finanzamt den Pflege-Pauschbetrag zu Recht gew&auml;hrt hatte, hat das Finanzgericht nicht entschieden, weil eine &Auml;nderung zu Ungunsten der Kl&auml;ger wegen des finanzgerichtlichen Verb&ouml;serungsverbots nicht in Betracht kam.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fahrtkosten zur pflegebed&uuml;rftigen Mutter bzw. Schwiegermutter sind nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen abziehbar. 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